Unfallversicherungen (Infos und Vergleich)

Was ist eine Unfallversicherung?
Die private Unfallversicherung gehört zu der Invaliditätsversicherung. Im Versicherungsfall zahlt sie eine Invaliditätsleistung oder eine Unfallrente an den Versicherten.

Was ist ein Unfall im Sinne der Bedingungen?
Im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) ist geregelt, unter welchen Kriterien ein Unfall vorliegt. Stimmt die Definition mit dem Hergang nicht überein, liegt kein Versicherungsfall vor. Der Unfallbegriff laut § 178 Abs.2 VVG lautet: „Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.“

Welche Leistungen sind noch versichert?
Das hängt von den Versicherungsgesellschaften und deren Tarifen ab. Der Versicherte kann selbst entscheiden, welche Leistungen er in seinen Vertrag mit einschließen möchte. Auch die Versicherungssummen bestimmt er. Zu den häufigsten Leistungsarten der privaten Unfallversicherung gehören im Einzelnen:

Invaliditätsleistung
Kommt es nach einem Unfall zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit, spricht man von Invalidität. Versichert ist dann eine einmalige Kapitalleistung. Der Grad der Invalidität bestimmt die Höhe der Auszahlung.

Krankenhaustagegeld
Für jeden Kalendertag, an dem der Versicherte nach einem Unfall stationär behandelt wird, kommt ein Krankenhaustagegeld zur Auszahlung. Die Länge ist vorher vertraglich vereinbart.

Krankengeld
Ist der Versicherte nach einem Unfall krankgeschrieben, erhält er maximal für die Dauer eines Jahres ein Krankentagegeld.

Genesungsgeld
Das Genesungsgeld besteht erst mit Entlassung aus dem Krankenhaus und wird für maximal hundert Tage gezahlt. Es hat meistens die gleiche Höhe wie das Krankenhaustagegeld.

Todesfall
Führt der Unfall innerhalb eines Jahres zum Tod des Versicherten, zahlt die Versicherung eine Todesfallsumme an die Hinterbliebenen.

Häufige Fragen

Ich bin gesetzlich versichert. Brauche ich eine private Unfallversicherung?
Die gesetzliche Unfallversicherung leistet bei Unfällen, die während der Arbeit, der Schule oder des Studiums passieren. Ebenso die Wegeunfälle auf dem Weg dahin und zurück nach Hause sind versichert. Die meisten Unfälle passieren jedoch in der Freizeit oder zu Hause. Die private Unfallversicherung gewährt Versicherungsschutz weltweit und rund um die Uhr. Die finanziellen Folgen eines Unfalles können Sie mit ihr absichern.

Was mache ich nach einem Unfall?
Nach einem Unfall sollten Sie so schnell wie möglich Ihre Versicherung darüber informieren. Dafür reicht ein einfacher Anruf. Die Versicherung notiert den Unfalltag und schickt Ihnen einen Unfallbogen zu. Diesen müssen Sie sorgfältig ausfüllen und alle Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Geben Sie alle Ärzte und Krankenhäuser an, die Sie wegen des Unfalles behandelt haben. Braucht die Versicherung weitere Unterlagen, wird sie sich bei Ihnen melden. Ein Unfalltod muss innerhalb von 48 Stunden angezeigt werden.

Wann leistet die Unfallversicherung?

Die Versicherung entscheidet zunächst anhand eines Unfallbogens, ob ein Unfall im Sinne der Bedingungen vorliegt. Ist das der Fall, prüft sie die ärztlichen Berichte und entscheidet über die Höhe der Leistungen. Wollen Sie Invaliditätsansprüche geltend machen, dann müssen Sie das innerhalb eines Jahres nach dem Unfall machen. Sonst verfällt Ihr Anspruch in der Regel. Ob Sie einen Invaliditätsanspruch haben, prüft Ihr Arzt. Bei Zweifel kann die Versicherung auf eigene Kosten einen weiteren Arzt hinzuziehen. Steht der Grad der Invalidität fest, leistet die Versicherung anhand einer Gliedertaxe. Diese variiert zwischen den Gesellschaften stark.

Kann ich meine Familie mitversichern?
Ja, Sie können in Ihren Vertrag mehrere versicherte Personen mit aufnehmen. Das sind bei einer Familienversicherung in der Regel der Ehepartner und die Kinder. Da Kinder noch keinen Anspruch auf die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung haben, ist der Einschluss sinnvoll. Sie haben als Versicherungsnehmer weiterhin alle Rechte und Pflichten an dem Vertrag.

Was ist der Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung?
Beide Vertragsarten zahlen eine Invaliditätsleistung. Aber nicht jeder Unfall führt auch unweigerlich zu einer Invalidität. Und nicht jede Invalidität führt zur Berufsunfähigkeit. Auch gesundheitlich eingeschränkt können viele Menschen ihren Beruf weiter ausüben. Die Unfallversicherung hilft Ihnen dann finanziell, sich an neue Lebensverhältnisse anzupassen.