Sie sind hier: Startseite » Versicherungen » PKV

PKV - Private Krankenversicherungen (Infos und Vergleich)

Die private Krankenversicherung ist in Deutschland neben der gesetzlichen Krankenversicherung die zweite Möglichkeit, Krankheitskosten abzusichern. Ist die gesetzliche Krankenversicherung eine Pflichtversicherung, der alle Arbeitnehmer gleichermaßen angehören, steht die private Krankenversicherung nur einem sehr begrenzten Personenkreis zur Verfügung. Mittlerweile gibt es aber auch bei der privaten Krankenversicherung eine Versicherungspflicht, so dass kein Bürger mehr ohne eine Krankheitsvorsorge leben muss.

Wer die private Krankenversicherung nutzen kann:

Die private Krankenversicherung, kurz PKV, steht in erster Linie Selbstständigen und Freiberuflern offen. Sie sind in der gesetzlichen Krankenversicherung GKV nicht pflichtversichert und finden in der PKV somit eine alternative Krankenvollversicherung. Mit ihr können sie sowohl die Behandlung beim Arzt wie auch im Krankenhaus sowie die Behandlungen beim Zahnarzt abdecken.

Zusätzlich zu dieser Personengruppe können auch Beamte die private Krankenversicherung nutzen. Für sie wurden spezielle Beihilfetarife geschaffen, da Beamte lediglich den Teil der Krankheitskosten versichern müssen, der vom Dienstherren nicht übernommen wird. Auch Studenten können sich privat versichern, müssen sich aber mit Immatrikulation von der Versicherungspflicht befreien lassen. Alternativ steht die PKV Studenten nach Abschluss des 14. Fachsemesters bzw. mit Vollendung des 30. Lebensjahres zur Verfügung.

Letztlich können auch einige Arbeitnehmer in die PKV wechseln. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn das Einkommen die so genannte Versicherungspflichtgrenze übersteigt. Diese Einkommensgrenze wird von der Bundesregierung jährlich anhand der allgemeinen Lohnsteigerung festgelegt. Gesetzlich Versicherte, die diese Verdienstgrenze überschreiten, können sich von der Versicherungspflicht befreien lassen und in die private Krankenversicherung wechseln.

Die private Krankenzusatzversicherung:

In bestimmten Fällen ist es auch gesetzlich Versicherten möglich, die Leistungen der privaten Krankenversicherung in Anspruch zu nehmen. Speziell für GKV-Versicherte haben die privaten Krankenversicherer nämlich so genannte Zusatzversicherungen entwickelt. Sie decken nur einen kleinen Teil der Krankheitsvorsorge ab, so zum Beispiel die Behandlung beim Zahnarzt oder die Unterbringung im Krankenhaus. In diesen Bereichen ist es mit der entsprechenden Zusatzversicherung aber möglich, eine Behandlung auf dem Niveau von Privatpatienten zu erhalten.

Die Berechnung der Versicherungsprämien:

Die Versicherungsprämien, die für die private Krankenversicherung berechnet werden, orientieren sich nicht, wie bei der gesetzlichen Versicherung, am Einkommen, sondern an individuellen Faktoren. Diese nutzen die privaten Versicherer, um eine Risikokalkulation durchzuführen. Je höher das Risiko eingeschätzt wird, vom Versicherten in Anspruch genommen zu werden, desto höher sind auch die Versicherungsprämien. Schließlich sind die privaten Versicherer Wirtschaftsunternehmen, die auch Gewinne erzielen wollen.

Zu den wichtigsten Faktoren für die Berechnung der Versicherungsprämie gehören das Alter, das Geschlecht sowie der Leistungsumfang. Durch geringere Leistungen, aber auch durch die Übernahme von Selbstbehalten ist es in der privaten Krankenversicherung möglich, Beitragskosten zu sparen und damit selbst Einfluss auf den Umfang der Leistungen sowie die Versicherungskosten zu nehmen.
Ein weiterer wichtiger Faktor für die private Krankenversicherung ist der Gesundheitszustand des Antragstellers. Um den Gesundheitszustand beurteilen zu können, finden sich im Versicherungsantrag eine Reihe von Gesundheitsfragen, die vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden müssen. Stellen die Versicherer hier fest, dass Vorerkrankungen vorliegen, die auch in Zukunft höhere Behandlungsausgaben erwarten lassen, berechnen die Versicherer Prämien- und Risikoaufschläge. In einigen Fällen ist der Versicherung das Risiko auch zu groß, was zu einer Ablehnung des Versicherungsantrages führt.

Die Vorteile und Nachteile der PKV:

Die private Krankenversicherung bietet gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung eine Reihe von Vorteilen, weshalb viele Menschen eine private Versicherung wünschen. Einer der wichtigsten Vorteile ist die individuelle Prämienberechnung. Bei der GKV werden die Versicherungsprämien anhand des Bruttoeinkommens ermittelt, wodurch vor allem Besserverdiener stark belastet werden, ohne jedoch verbesserte Leistungen zu erhalten. Zudem werden die Leistungen der GKV durch einen gesetzlich festgelegten Leistungskatalog bestimmt. Individuelle Veränderungen sind hier nicht möglich. In der privaten Krankenversicherung hingegen kann jeder Versicherte mit seiner Krankenversicherung vereinbaren, welche Leistungen versichert werden sollen und worauf verzichtet werden kann. Hierfür bieten die Versicherungen unterschiedliche Tarifvarianten, mit denen die Versicherte die Leistungen nach einer Art Baukastenprinzip selbst zusammenstellen können. Diese Leistungen sind zudem vertraglich garantiert, so dass es keine Leistungskürzungen geben wird. Dies hat jedoch mitunter zur Folge, dass die Versicherungen Beitragsanpassungen vornehmen müssen, wenn die Ausgaben für die Krankenversorgung der Versicherten steigen. Letztlich finden sich bei der privaten Krankenversicherung weder Praxisgebühren noch Zuzahlungen für Medikamente, da die PKV all diese Kosten umfassend übernimmt.
Im Vergleich zur GKV finden sich bei der privaten Krankenversicherung allerdings auch einige Nachteile. So können Versicherte in der privaten Krankenversicherung keine Familienversicherung nutzen. Nicht erwerbstätige Ehepartner und minderjährige Kinder werden in der GKV kostenfrei mitversichert. In der PKV hingegen ist für jedes Familienmitglied ein separater Versicherungsvertrag mit eigenem Beitrag notwendig. Vor allem kinderreiche Familien sind hierdurch mitunter benachteiligt.