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Schadenfreiheitsrabatt

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Der Schadenfreiheitsrabatt bezeichnet bei Versicherungen den Rabatt, den Versicherungsnehmer für einen schadenfreien Verlauf ihres eigenen Vertrags erhalten. Am bekanntesten ist dieses System bei den Kfz-Versicherungen. Dort gibt es einen mittlerweile fein abgestuften Schadenfreiheitsrabatt , der sich über derzeit maximal 30 Jahre ausbauen lässt. Das System gilt sowohl in der Kfz-Haftpflichtversicherung als auch in der Kfz-Vollkaskoversicherung, nur innerhalb der Teilkaskoversicherung gilt immer der 100 %-Beitrag. Fahranfänger ohne schadenfreie Jahre starten in der Regel in der Klasse 0 und müssen dann abhängig von der Versicherungsgesellschaft zwischen 200 % und 250 % des normalen Tarifbeitrags zahlen. Die Beiträge sinken aber gerade in den ersten Jahren stark. Wer ein komplettes Jahr schadenfrei fährt, zahlt nur noch zwischen 100 % und 75 % des Tarifbeitrags. In den folgenden Jahren werden die Abstufungen dann immer geringer und teilweise bleiben die Verträge mehrere Jahre in derselben Rabattstufe.

Auch bei der Rechtsschutzversicherung kann es einen Schadenfreiheitsrabatt geben. Bei schadenfreiem Verlauf sinken dann in der Regel allerdings nicht die Beiträge, sondern die Selbstbeteiligung, die vom Versicherungsnehmer zu tragen ist. Wer lange genug schadenfrei ist, kann so also auch seine Selbstbeteiligung bis auf 0 Euro reduzieren.

Noch nicht so verbreitet ist das System in allen Sachversicherungssparten. Es gibt aber einige Anbieter, die einen Rabatt gewähren, solange der Vertrag schadenfrei läuft und auch der Vertrag bei der Vorversicherung schadenfrei war. Sobald der Versicherungsnehmer aber einen Schaden verursacht beziehungsweise meldet, entfällt dieser Rabatt ersatzlos, bis wieder eine bestimmte Anzahl an Jahren schadenfrei verlaufen ist. Diese Tarife rechnen sich für den Versicherungsnehmer daher in der Regel nur bis zum ersten Schadenfall.