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Rückkaufswert

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Viele Versicherungen, z.B. Lebensversicherungen und Rentenversicherungen, werden für einen sehr langen Zeitraum abgeschlossen, da sie in aller Regel als Altersvorsorgeprodukte dienen sollen. Nun kann es aber durchaus vorkommen, dass finanzielle Ereignisse einen zwingen, seinen Vertrag schon vor dessen regulärem Ende auflösen zu müssen. Was passiert in solch einem Fall? Bekommt man in diesem Fall alle eingezahlten Beiträge zurück?

Nein, ganz so ist es nicht. Für den Fall einer Kündigung bekommt der Versicherungsnehmer stets nur den so genannten Rückkaufswert ausgezahlt, die Summe, die von der Versicherungen für den Fall einer Kündigung zur Verfügung gestellt wird. Der Rückkaufswert kann dabei sowohl mehr als die Summe der eingezahlten Beiträge ausmachen, kann aber auch deutlich darunter liegen.
Die Höhe des Rückkaufswertes richtet sich in erster Linie nach der bereits verstrichenen Laufzeit der Versicherung. Wenn eine Lebens- oder Rentenversicherung nämlich noch in den ersten Jahren der Laufzeit liegt, führen die Abschlusskosten dazu, dass noch kein großer Rückkaufwert erreicht werden kann. Zwar ist es richtig, dass die Abschlusskosten seit einigen Jahren gezilmert, d.h. auf die ersten fünf Jahre verteilt, berechnet werden, der Unterschied zu einer vollständigen Berechnung am Anfang der Versicherung ist jedoch nur minimal.

Wer in geldliche Probleme kommt, sollte auf jeden Fall überlegen, den Vertrag vieleicht nicht gleich zu kündigen, sondern zunächst einmal nur beitragsfrei zu stellen. Bei einer solchen Beitragsfreistellung stehen dem Versicherungsnehmer nämlich wesentlich größere Werte zur Verfügung, als bei einer Kündigung. Sollte unbedingt Kapital benötigt werden, kann man mit dem Versicherer zudem über die Möglichkeiten der Aufnahme eines Policendarlehens aus dem Vertrag sprechen.