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Kreditprovision

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Bei einem Kredit stellt die Kreditprovision neben den Sollzinsen, der Bearbeitungsgebühr, den Kontoführungsgebühren und den sonstigen Spesen des Kreditgebers die Gesamtkosten für einen Kredit dar.
In früheren Jahren fand bei der Berechnung der Kosten eines Kredites häufig eine Preisspaltung statt. Dazu wurden zu dem Sollzins entweder eine Risikoprämie oder eine Bearbeitungsgebühr hinzugerechnet, in die die Provision für den Kredit jeweils mit eingerechnet war. Die Grundlage für die Berechnung der Kosten war nur der tatsächlich in Anspruch genommene Kreditbetrag.

Heutzutage findet diese Preisspaltung nur noch in wenigen Fällen statt. Wenn sich heute ein Kreditnehmer nach den Kosten für einen Kredit erkundigt, teilt ihm die Bank den Nettozinssatz für das Darlehen mit. In diesem Nettozinssatz sind in der Regel die Sollzinsen und die Kreditprovision enthalten. Dabei gibt es verschiedene Methoden, wie die Provision für einen Kredit berechnet werden kann. Entweder stellt die Provision einen Zuschlag zu den Sollzinsen dar oder sie wird prozentual vom höchsten Sollsaldo innerhalb eines bestimmten Zeitraums, wie zum Beispiel innerhalb eines Monats oder eines Quartals, berechnet. Der Kreditnehmer sollte darauf achten, dass die Kreditprovision nur von dem Kreditbetrag berechnet wird, der tatsächlich in Anspruch genommen wurde.

Es gibt auch Formen von Krediten, bei denen dem Kreditnehmer eine Kreditlinie bis zu einem festgesetzten Höchstbetrag zur Verfügung gestellt wird. Der Kreditnehmer kann selbst entscheiden, zu welchem Zeitpunkt er welchen Kreditbetrag in Anspruch nehmen möchte. Ein Beispiel für solch einen Kredit ist ein Dispositionskredit, der auf Girokonten eingeräumt wird. Wird die Provision auf die bereitgestellte Höchstsumme berechnet, stellt sie eine Bereitstellungsprovision dar.