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Definition Goldpreis

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Die Faszination von Gold rührt vor allem von dessen enormer Wertstabilität her: So wie ein Bürger Roms schon in der Antike für eine Unze Gold eine Tunika sowie ein Paar Sandalen erwerben konnte, so reicht auch heute der Gegenwert einer Feinunze von etwa 1.100 Euro aus, um sich mit einem edlen Anzug und einem guten Paar Schuhe einzukleiden.

Was ist der Goldpreis?

Seit dem 18. Jahrhundert wird der offizielle Goldpreis, der sogenannte "Fixingpreis", in London festgelegt. An Wochentagen wird der aktuelle Goldkurs zweimal täglich um 11.30 Uhr MEZ sowie um 16 Uhr MEZ zur Eröffnung der US-Börsen verkündet. Bei der Ermittlung des Tageskurses wirken fünf Großbanken mit, welche Mitglieder der London Bullion Market Association sind, darunter auch die Deutsche Bank. Der Goldpreis wird in US-Dollar pro Feinunze benannt. Aufgrund von Schwankungen des Wechselkurses kann der Euro-Preis daher vom Fixingpreis abweichen.

Wie kommt der Goldpreis zustande?

Bei der Berechnung des Goldpreises kommen diverse Faktoren zum Tragen: Zum einen entsteht er aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Letztere steigt vor allem in Zeiten niedriger Zinsen und bei Inflationsgefahr. Dann flüchten viele Anleger in den "sicheren Hafen" des Goldes. Dank ihrer gewaltigen Goldbestände haben die Zentralbanken die Möglichkeit, durch Verkauf oder verstärkten Ankauf des Edelmetalls regulierend in den Markt einzugreifen.

Traditionell ist der Goldmarkt eng an den US-Dollar geknüpft. Daher entwickelt sich der Goldpreis stets reziprok zum Kurs der US-Währung: Je stärker der Dollar, desto niedriger ist in der Regel der Goldkurs. So wird beispielsweise der seit 2001 zu beobachtende Goldpreisanstieg mit der schwächelnden US-Konjunktur in Verbindung gebracht.

Außerdem wird der Goldkurs vom Ölpreis sowie von Spekulationen und Erwartungen über zukünftige Entwicklungen beeinflusst. Aktuell Kursinformationen zum Goldpreis finden Sie auf Goldpreis.de.

Was ist der Goldstandard?

Beim klassischen Goldstandard ist die gesamte im Umlauf befindliche Währung durch die Goldbestände der Zentralbank gedeckt. Frisches Geld kann nur dann auf dem Markt gebracht werden, wenn zuvor eine dementsprechende Menge neuen Goldes zur Sicherung hinterlegt worden ist. Eine Bargeldinflation ist daher in diesem Währungssystem nicht möglich. Die Zentralbank muss theoretisch in der Lage sein, sämtliche Bargeldbestände jederzeit in Gold umzutauschen, d. h. sie ist zur Konvertibilität verpflichtet.
Der Goldstandard kann auf drei Weisen in der Praxis umgesetzt werden:
Dienen tatsächlich Goldmünzen als alltägliches Zahlungsmittel, so handelt es sich um eine Goldumlaufwährung. Bei Gold als Kernwährung ist zwar Papiergeld im Umlauf, die Zentralbank hält aber gemäß der Goldparität ausreichende Reserven vor. Als dritte Variation des Goldstandards ist die Gold-Devisenwährung anzuführen, wie sie bis 1971 in Deutschland praktiziert worden ist. Hierbei bestehen die Goldreserven der Zentralbank aus den Devisen von anderen Goldwährungsländern.