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Forex - Foreign Exchange

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Mit dem Begriff "Forex", der eine Abkürzung darstellt, ist der "Foreign Exchange" oder Devisenmarkt gemeint. Es handelt sich um einen Markt, auf dem Devisen gekauft und wieder abgestoßen werden. Gekauft wird zum jeweils geltenden Wechselkurs. Er richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Der Wert einer Währung wird dabei durch vier, mittlerweile auch fünf oder sechs Stellen hinter dem Komma genau bemessen.

Der Handelsvorgang findet direkt zwischen den Marktteilnehmern statt, in heutiger Zeit meist virtuell. Devisenbörsen wurden mittlerweile weitgehend abgeschafft. Im heutigen Devisenmarkt, einem der bedeutendsten Finanzmärkte der Erde, bewegen sich die Tagesumsätze in einem Volumen von unvorstellbaren 4 Billionen US-Dollar, was anderthalb Billiarden US-Dollar im Jahr ausmacht. Gehandelt wird in Echtzeit. Ehemals konnten nur Institutionen an den internationalen Devisenbörsen zu festgelegten Wechselkursen handeln. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank sorgten für Stabilität. Die Zentralbanken mussten bei großen Kursschwankungen ausgleichend tätig werden. Mit der Lockerung und Abschaffung der festen Wechselkurse wurden die frei gehandelten Devisenkurse ermöglicht. Die Volatilität bzw. Schwankungsbreite des Kurses erhöhte sich dadurch naturgemäß. Das bedeutete aber auch erhöhte Risiken für den Devisenhandel. Die Aktienmärkte waren davon ebenso betroffene wie die Zinsmärkte und die Devisen selbst.

Krisenzeiten in der Wirtschaft und in der Weltgeschichte schlugen sich nun auch am Devisenmarkt nieder. Vor allem während der "Ölkrise" in den siebziger Jahren wurden die Risiken deutlich. Im Interbanken-Handel konnte der Ausfall einer Bank empfindliche Störungen auslösen. Auch in der Finanzkrise von 2011 konnte man erleben, wie eine hoch spekulative Finanzblase in sich zusammenfiel und zahlreiche Banken mit in den Abgrund riss. Die Frage des Risikomanagements und einer Bankenaufsicht wird in der Zukunft neu gestellt werden müssen. Ohne staatliche Regelungen können die Risiken nicht gesenkt werden. Es wurde allzu offenbar, dass Banken und Anleger ihr Geld mit hochriskanten Geschäften und Transaktionen machten, deren Verlustpotential in die Millionen ging. Die hohen Renditen, die man damit machen konnte, veranlassten auch viele Spekulanten und Privatanleger, sich riskanten Devisengeschäften anzuschließen. Staatskrisen konnten den Devisenmarkt erheblich ins Wanken bringen. Auch wenn die Geld- oder Wertpapiermärkte wenig von staatlichen Einflüssen gelenkt werden: Die Devisenmärkte sind stark abhängig von staatspolitischen Einflüssen.

Die wichtigen Marktteilnehmer am Forexhandel sind Kreditinstitute, aber auch internationale Großunternehmen, Zentralbanken, Privatbanken, Devisenhändler, Investoren und in neuerer Zeit auch Privatleute mit ausreichend Kapital. Man handelt am Forex immer in Devisenpaaren. Es geht darum, eine Währung - beispielsweise die eigene - zu einem bestimmten Kurs gegen eine andere zu tauschen. Man spricht vom außerbörslichen Interbankenhandel. Die einstige Aufgabe der Devisenbanken wird heute durch Referenzwerte und Börsenindices übernommen. Über eine elektronische Handelsplattform im Internet wird der Handel vollzogen. Er folgt bestimmten Regeln. Man unterscheidet zwischen

- Devisenkassageschäften, die einen Handelsspielraum von zwei Tagen haben

- Devisentermingeschäften, die unabhängig vom Wechselkurs zu festgelegten Bedingungen über mehrere Tage oder Monate laufen

- Devisenswapgeschäften, die eine Kombination beider Formen sind. Man tauscht Kassaverkäufe gegen Terminverkäufe oder umgekehrt.

- Außerdem existieren Devisenoptionsgeschäfte, bei denen man nur für eine Kaufoption auf eine bestimmte Währung bezahlt.

Der Forex-Handel wird meist über einen Broker vorgenommen. An Feiertagen und am Wochenende wird traditionell kein Forexhandel getrieben.

Webtipps zum Thema Forex:

- Forex und Devisenhandel