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Beleihungswert

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Den Begriff Beleihungswert haben viele Kreditnehmer schon einmal gehört, die für ein Darlehen eine Kreditsicherheit stellen mussten. Dieser Wert stellt den Wert der Sicherheit dar, der wahrscheinlich erzielt wird, wenn die Sicherheit verkauft werden muss. Gleichzeitig stellt er die Höchstgrenze der möglichen Kreditsumme dar.

Vor allem hohe Darlehen, wie sie zum Beispiel bei einer Baufinanzierung üblich sind, müssen durch entsprechende Sicherheiten abgedeckt sein. Dazu muss der Wert der Sicherheit erst einmal ermittelt werden. Dabei darf der Beleihungswert nicht mit dem Verkehrswert verwechselt werden. Der Verkehrswert stellt den aktuellen Wert der Sicherheit dar. Der Beleihungswert dagegen ist der Wert der Sicherheit, der in der Zukunft wahrscheinlich erzielt werden kann.

Bei der Ermittlung dieses Wertes müssen die Merkmale des bewerteten Objektes, der örtliche Markt und die Nutzung der Sicherheit zum Zeitpunkt der Bewertung sowie die mögliche zukünftige Nutzung zugrunde gelegt werden. Es darf bei der Ermittlung des Beleihungswertes keine Spekulationen über den Wert der Sicherheit in der Zukunft geben und er muss nach einem anerkannten Bewertungsverfahren berechnet werden. Damit alle diese Vorgaben eingehalten werden, schalten die Kreditinstitute meist einen Gutachter ein, der als Fachmann die Berechnungen vornimmt. Die Kosten für den Gutachter trägt in der Regel der Kreditnehmer.

Nicht nur Immobilien können als Sicherheit für ein Darlehen dienen, sondern zum Beispiel auch Aktien, Schmuck, Kraftfahrzeuge, Gemälde oder Goldbarren beziehungsweise Goldmünzen. Da es oft nicht so einfach ist, diese Sicherheiten schnell zu veräußern, falls der Kreditnehmer seinen Darlehensverpflichtungen nicht mehr nachkommt, vergeben die Banken Kredite nicht bis zur Höhe des Beleihungswertes, sondern nur bis zu einem geringeren Betrag. Diesen Betrag nennt man auch die Beleihungsgrenze.